Halubek ist ein enorm theatral denkender und musizierender, dezidiert sängerfreundlicher Dirigent. Er hört den Solisten zu, läßt ihnen - bei dieser Musik ganz wichtig - Zeit zur Deklamation, taktiert nicht vor, sondern folgt dem Gesang, stützt und begleitet ihn. Das erst macht das "recitar cantando", das singende Sprechen in Emotionen und Affekten, für das Publikum spannend und theatralisch.Uwe Schweikert zu Monteverdis Poppea in Mannheim, Opernwelt 5/2018

BIOGRAFIE

Jörg Halubek studierte Kirchenmusik, Orgel und Cembalo in Stuttgart und Freiburg bei Jon Laukvik und Robert Hill. An der Schola Cantorum Basiliensis spezialisierte er sich auf die historische Aufführungspraxis bei Jesper Christensen und Andrea Marcon.

2004 gewann er als Organist den Ersten Preis des XIV. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs in Leipzig. Es folgten Einladungen zu Konzerten bei internationalen Festivals wie den Bachfesten in Leipzig, Salzburg, Ansbach und Ekaterinburg. Er musizierte als Orgel- und Cembalo-Solist mit dem Venice Baroque Orchestra, dem Philharmonischen Orchester St. Petersburg und mit dem Staatsorchester Stuttgart.

Im Jahr 2008 gründete Jörg Halubek das Stuttgarter Barockorchester »il Gusto Barocco«. Als Dirigent führten ihn regelmäßige Engagements an die Opernhäuser in Kassel, Wuppertal, Oldenburg, Mannheim (Monteverdi-Zyklus 2017-2021) und zu den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. In diesem Jahr leitet er mit Händels „Berenice“ die Eröffnungspremiere der Händelfestspiele in Halle. Zu den Projekten der kommenden Saison zählen ein szenischer Bach-Kantaten-Abend am Opernhaus Kassel, die Fortsetzung des Monteverdis-Zyklus in Mannheim sowie ein Engagement an der Komischen Oper Berlin. Bei der Bachwoche Ansbach 2019 wird er das Festivalbarockorchester leiten.

Zahlreiche CD-Einspielungen sind in den letzten Jahren entstanden, u. a. mit dem Counter-Tenor Franco Fagioli und der Barockgeigerin Leila Schayegh, die mit Preisen wie dem »Diapason d’Or de l´Année« (2016) und »Editor’s Choice« ausgezeichnet wurden. In diesem Jahr erscheint die Ersteinspielung der Barockoper Flavio von Heinichen mit il Gusto Barocco bei cpo.

Nach Lehraufträgen und zwei Professuren an den Hochschulen in Stuttgart, Karlsruhe, Trossingen und Linz übernahm Halubek 2016 die Professur für Orgel und Historische Tasteninstrumente an der Staatlichen Hochschule für Musik Stuttgart.

Derzeit arbeitet er an einer Gesamteinspielung der Orgelwerke Bachs an Originalinstrumenten.