Bach & Orgel

Ein früher Meilenstein in Jörg Halubeks künstlerischer Entwicklung war der Erste Preis beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig (2004). Die Auszeichnung etablierte ihn als Organisten und erwies sich als prägend nicht nur für seine solistische Laufbahn, sondern auch für seinen weiteren künstlerischen Weg. Sie eröffnete Perspektiven, die sich später auf Ensemblearbeit, Oper und Dirigieren ausweiten sollten.

Ursprünglich über die gesamte Breite des Orgelrepertoires ausgebildet, verlagerte sich Halubeks Schwerpunkt zunehmend in Richtung historisch informierter Aufführungspraxis, angeregt durch seine Arbeit mit Barockorchester und Oper sowie durch seine Studien an der Schola Cantorum Basiliensis. Diese Entwicklung formte ein unverwechselbares künstlerisches Profil, das auf historischen Instrumenten, quellenbasierter Interpretation und der engen Beziehung zwischen Musik, Raum und Kontext beruht.

Organ Landscapes

Als langfristiges künstlerisches Vorhaben konzipiert, erstreckte sich Organ Landscapes über den Zeitraum 2017–2026 und umfasst zehn Doppelalben (zwanzig CDs) sowie zwei Vinyl-Editionen. Umfang und Dauer des Projekts spiegeln ein Verständnis von Bachs Orgelmusik als einem Werkzusammenhang wider, der sich über Zeit entfaltet und von Instrumenten, Räumen und sich entwickelnden künstlerischen Perspektiven geprägt ist – und nicht von einem einzigen, einheitlichen Interpretationskonzept.

Jede Einspielung ist Teil einer größeren musikalischen und kulturellen Erzählung und trägt zu einer umfassenden Erkundung von Johann Sebastian Bachs Orgelœuvre über Regionen, Instrumente und akustische Umgebungen hinweg bei. In ihrer Gesamtheit dokumentiert die Reihe nicht nur ein vollständiges Repertoire, sondern auch ein kontinuierliches künstlerisches Ringen um Fragen von historischem Kontext, Klang und Interpretation.

Neben seiner Tätigkeit als Interpret ist Jörg Halubek aktiv in der künstlerischen Ausbildung und Hochschullehre im Bereich der Alten Musik engagiert. Seine Lehrtätigkeit ist eng mit seiner praktischen Arbeit als Organist, Continuospieler und Dirigent verbunden und betont historisch informierte Aufführungspraxis als integrierten künstlerischen Ansatz.

Anstatt Orgelspiel, Continuopraxis und Ensemblearbeit als getrennte Disziplinen zu behandeln, richtet sich seine pädagogische Arbeit auf deren wechselseitige Abhängigkeit. Fragen von Artikulation, Rhetorik, Form und musikalischer Dramaturgie werden als gemeinsame Prinzipien über solistisches, kammermusikalisches und opernbezogenes Repertoire hinweg verstanden.

Diese enge Verbindung von Aufführung, Forschung und Lehre bildet einen wesentlichen Bestandteil von Halubeks künstlerischem Profil und prägt sowohl seine langfristigen Projekte als auch seine Arbeit mit jüngeren Musikerinnen und Musikern in historisch informierten Aufführungskontexten.

Weitere Dokumentationen und digitales Material werden auf der Projektwebsite präsentiert, die im März 2026 online geht: organ-landscapes.com