CLEOFIDA – Who is who?

Liebe, Eifersucht und Rachegelüste – Händels Oper Poro, die Telemann als „Cleofida“ in Hamburg präsentierte, hat alles, was eine gute Barockoper braucht. Lernen Sie hier die Protagonisten kennen…

Alexander der Große, König von Mazedonien fällt in Indien ein und erobert die Reiche des indischen Königspaares Cleofida & Porus. Die beiden Unterworfenen versuchen auf ihre Weise Alexander doch noch zum Einlenken zu bewegen. Ein verworrenes Wechselspiel entspinnt sich, verwoben mit großen Gefühlen…

In Telemanns Hamburger Fassung von Händels Oper „Poro“ wird Königin Cleofida zur Titelheldin. Ihre Partie übernahm die Intendantin und Primadonna Mme Kayser. Eine ihrer schönsten Arien singt sie als treue Cleofida von einer Solovioline begleitet, als sie von Porus` angeblichem Selbstmord hört…

Kein Geringerer als Starkastrat Senesino (im Bild links) gab in der Londoner Urauffürung 1731 den König Porus. An der Hamburger Gänsemarktoper fehlten für solch extravagante Besetzungen die Mittel. Man verzichtete auf Kastraten und besetzte die Partie mit dem Bariton Jo­hann Gottfried Riemschneider.

Gandartes empfindsamen Charakter zeichnet Händel in der Instrumentierung mit der Traversflöte nach. Bei Il Gusto barocco übernimmt Claire Genewein diesen Part.

Eigentlich ist Erixena eine Nebenrolle. Weil die Partie in Händels „Poro“ bei der Londoner Uraufführung von Staraltistin Antonia Margherita Merighi gesungen wurde, dehnte Händel ihren Part auf mehrere Arien aus. Die Pastorale „Son con fusa pastorella“ wurde zum Gassenhauer und ging als „The Merighi Song“ in die Geschichte ein. In Hamburg richtete Telemann die Partitur für die Sopranistin Eleonore Eisen­traut ein.

Alexander wird in „Cleofida“ als großmütiger und gütiger Imperator dargestellt. Königlich und koloraturgestählt bezwingt er seine Arien. Alexander der Große faszinierte die Opernschaffenden des 17. und 18. Jahrhundert. Vielfach wurde Pietro Metastasios Libretto von „Allessandro nell`Indie“ in Musik gesetzt…

Für den rachsüchtigen General Timagenes hatte Händel keine Arie vorgesehen. In Hamburg griff man ein und legte dem renommierten Bassisten Carl Ernst Ludwig Westenholz gleich zwei Arien in den Mund. Der hatte allerdings auf die tiefoktavierte Gandartes-Partie gehofft und stieg kurzerhand aus. Schade! Denn besonders mit Timagenes Reue-Arie am Ende des dritten Akts ist Telemann ein außerordentlich packendes Stück Musik gelungen…

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