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Foto: Daniele Caminiti

Foto: Daniele Caminiti

Il Gusto Barocco

„Schwungvoll, frohgelaunt und perfekt“ so beschrieb die FAZ das Ensemble il Gusto Barocco bei seiner Residenz als Festspielorchester in der Bachwoche Ansbach. Das Barockorchester, 2008 vom Dirigenten, Cembalisten und Organisten Jörg Halubek in Stuttgart gegründet, besteht aus international führenden Virtuosen der jüngeren Generation und hat sich auf die Fahne geschrieben, den aktuellen Forschungstand beim Musizieren hörbar zu machen.

Je nach Repertoire ist das von den Kritikern geschätzte Alte-Musik-Ensemble sowohl in kammermusikalischer als auch in großer Orchesterbesetzung zu erleben. Aus einem festen Kreis kommen für die verschiedenen Projekte Musiker zusammen, die in der Musiziertradition der Schola Cantorum Basiliensis stehen und eine lang gewachsene, musikalische Vertrautheit verbindet. Den Notentext „ähnlich zu lesen“ eröffnet die Möglichkeit Gestaltungsfreiheiten in den Partituren wieder zu entdecken und damit zu begeistern. Im Zentrum des Repertoires ist die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts in all ihren Facetten: In Konzert, Oper und Kirchenmusik lebt die vergessene Musikkultur und Musiziersprache der Barockzeit auf historischen Instrumenten wieder auf. Die Projekte von il Gusto Barocco sollen eine Plattform sein, aktuelle Forschungsergebnisse in die Aufführungspraxis zu integrieren.

2020 stellt il Gusto Barocco Georg Friedrich Händel dreifach in den Mittelpunkt. Einerseits mit der Opernausgrabung Cleofida – Händels Oper Poro in der Bearbeitung mit deutschsprachigen Rezitativen von Georg Philipp Telemann bei den Tagen Alter Musik in Herne. Geplant ist zudem eine Stuttgarter Konzertreihe mit weltlichen Kantaten des jungen Händel und italienischer Zeitgenossen, die mit dem Programm „Liebe & Wahnsinn“ ihren Anfang nimmt und Konzerten, die Händels Werke in Bearbeitungen von Telemann, Johann David Heinichen und Johann Mattheson in den Fokus stellen. Mit der Annährung an diese Kontrafakturwerke möchte il Gusto Barocco in den nächsten Jahren einen Blick auf diesen wesentlichen Bestandteil der barocken Musikwelt, der im Konzertrepertoire heute bisher weitestgehend ausgeblendet bleibt, werfen. Seinen 2017 begonnenen Monteverdi-Zyklus am Nationaltheater Mannheim setzt il Gusto Barocco 2020 mit L'Orfeo fort.

Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. die Residenz als Festspielorchester der Bachwoche Ansbach, die Uraufführung von Heinichens Flavio Crispo (2016) und der Oper Tisbe von Giuseppe Antonio Brescianello (2012). Die beiden uraufgeführten Opern Flavio Crispo und Tisbe erschienen bei cpo (2014 und 2018) und wurden in den Medien hochgelobt. Zu Flavio Crispo merkte die Opernwelt an: Il Gusto Baroccos "Gründer und Leiter Jörg Halubek besitzt, wie kein anderer seiner deutschen Kollegen, einen temperamentvollen Theatersinn“ und Concerto lobt die „sorgfältige Gestaltung langsamer Tempi und deren wie improvisiert wirkender Begleitung“. Zu Tisbe befanden die Stuttgarter Nachrichten das Orchester „ungemein wendig, differenziert“ und kulturradio rbb urteilt: „was für ein sinnlicher, durchsichtiger, federnder Klangkörper!“