...wir haben Lirone, Gamben, Lauten etwa an diesem Abend, dann wunderbar knochige, alte, schnarrende Posaunen (...) das fand ich sehr, sehr überzeugend

Jörn Florian Fuchs über die Marienvesper, Deutschlandfunk, 12/2018

Musiker*Innen

il Gusto Barocco ist als Barockorchester freiberuflich organisiert. Die vielfältigen und variablen Besetzungen der Werke des 17. und 18. Jahrhunderts, sowie die explizit geforderten solistischen Kompetenzen jedes Musikers schließen einen standardisierten Orchester-Betrieb aus, den wir aus etablierten Opernhäusern oder Rundfunkanstalten kennen. Man könnte ein Barockorchester auch als Solistenorchester bezeichnen - dennoch garantiert nur eine feste Kernbesetzung hohes musikalisches Niveau. Allen Musiker*innen gemeinsam ist eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung in der historischen Aufführungspraxis mit alten Instrumenten. Bei aller Spezialisierung müssen aber hier die richtigen Musiker*innen zueinander finden: Letztlich geht es um ein gemeinsames Kunstverständnis, das man nur über gemeinsames Proben und Konzertieren entwickeln kann.

Historische Instrumente und Auffuehrungspraxis

Wir verwenden ausschließlich Originalinstrumente aus der Zeit des Barock oder originalgetreue Kopien. Das hat gute Gründe! Barockinstrumente klingen im Allgemeinen obertonreicher, direkter, sowie geräuschvoller als moderne Instrumente. Während letztere einen besonders runden und „schönen“ Klang erreichen sollen, ging es im 17. und 18. Jahrhundert um die sogenannte Klangrede, d.h. die Instrumente sollten artikulieren und deklamieren. Sie sollten von angenehmen und traurigen Dingen erzählen können. Die Musiker*innen sind somit auch nicht nur „Spieler“ in einem funktionierenden Orchester sondern auch miteinander kommunizierende Solisten, und der Dirigent kein Maestro, sondern Teil des Ensembles mit der Aufgabe die Musik zu führen und den Fluss zu erhalten. Besuchen Sie uns und hören Sie selbst...

Wissenschaftliche Forschung

Unser Anspruch ist, die vergessene Musikkultur und Musiziersprache der Barockzeit wieder aufleben zu lassen. Papier war teuer, Zeit kostbar und das Geld knapp. Vor diesem Hintergrund wurden die meisten Stücke von den Komponisten lediglich grob skizziert und mit den Künstlern eiligst kurz vor Ihrer Uraufführung einstudiert – mehr zu schreiben war auch nicht nötig, denn alle Musiker verstanden ihre musikalische Sprache. Detailliert ausgearbeitete Notenbücher gab es also nicht. Verständlich, dass wir heute – 300 Jahre später – auf Basis der wenigen vorhandenen schriftlichen Quellen große Mühe haben, die Musik der damaligen Zeit möglichst originalgetreu wiederzugeben. Für unser Ensemble besteht also der erste Schritt beim Einstudieren eines Barockwerkes hin zur finalen Aufführung auch aus wissenschaftlicher Arbeit. Das erklärt, warum wir nicht nur Musiker sondern auch allesamt Forscher sind, tätig an renommierten europäischen Instituten.

Musiker*innen im Portrait

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Aktuelle Projekte

Monteverdi-Zyklus am Nationaltheater Mannheim 2017-2021

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Festivalorchester der Bachwoche Ansbach 2019

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