VR-Video Waltershauen

Im Rahmen meines Bach-Projekts möchte ich Euch auf eine multimediale Entdeckungsreise in Bachs musikalische Welten entführen. Dabei werde ich u.a. von Prof. Dr. Johannes Schaugg, Professor an der Hochschule der Medien, unterstützt. Schaugg hat das Projekt der Gesamtaufnahme mit initiiert und machte sich Gedanken darüber, wie neue mediale Formate gewinnbringend eingesetzt werden können. Hier seht Ihr eine erste Aufnahme mit einer 360°-Kamera. Eine Anleitung für diese 360°-Videos findet Ihr auf dem Bach-Blog unter Virtual Reality.

Orgelführung

Theophil Heinke ist Kirchenmusikdirektor und kennt die Trost-Orgel noch vor Ihrer Restauration 1998. Während der Aufnahmen zu meinem Bach-Projekt hat er die Orgel aufgeschlossen und uns ins Innere geführt. Kamera: Verena Ecker

HÄNDEL’S ‘POROS’ PREMIERE AN DER KOMISCHEN OPER BERLIN

Auf dem Bild seht Ihr das eindrucksvolle Schlussbild – hier schon beim Schlussapplaus – von Harry Kupfers Inszenierung. Die Premiere war am 16. März. Für mich war die Einladung an die Komische Oper und speziell die Zusammenarbeit mit Harry Kupfer – er ist mittlerweile 83 – eine große Ehre und Bereicherung. Kupfer war von 1981 bis 2002 Chefregisseur an der Komischen Oper und hatte nun auf Einladung von Barrie Kosky freie Wahl im Blick auf das Stück. Er wählte Händels Oper “Poro, Re del´Indie”. Diese Oper hat er als Assistent bei den Händelfestspielen in Halle kennengelernt (1958). Als er bei einer unserer ersten Bühnen-Orchesterproben das Orchester begrüßte, bezeichnete er “Poros” als seine Lieblingsoper.

In Halle wurden die Opern komplett auf deutsch übersetzt und die hohen Kastratenstimmen durch Männerstimmen ersetzt – das war auch die Setzung in unserer Produktion. So hatte Kupfer in den 50er Jahren Händel lieben gelernt. Er erzählte, wie beliebt die Händelopern zu dieser Zeit waren und wie hier überhaupt die Wiederentdeckung dieses Barockrepertoires initiiert wurde. In gewisser Weise bekommt die historische Aufführungspraxis in unserer Produktion also eine doppelte Bedeutung. Kupfers Zugang zu den Rezitativen ist schauspielerisch, jede Äußerung braucht eine Motivation in der theatralen Figur – dazu haben die Figuren auch unterschiedliche Erzähltempi. Normalerweise sind “meine” Rezitative und Arientempi eher schnell, aber Kupfers Arbeit an den Figuren und Ihrer Rhetorik, ihrer inneren Gedankenwelt haben mich sehr überzeugt. Da ich die Kupfer-Ära auch selbst nicht erlebt habe, wirkt diese Umsetzung und vor allem die deutsche Sprache in den Rezitativen sogar modern auf mich.

Die Tradition, die Rezitative auf deutsch zu übersetzen und dann neu zu komponieren stammt bereits aus der Barockzeit. Telemann hat neben 17 weiteren Opern Händels “Poro” an der Hamburger Gänsemarktoper aufgeführt, auch hierbei schon die Kastraten durch tiefe Stimmen ersetzt. Die Arien blieben allerdings in der Originalsprache. Das war auch eine spezielle Erfahrung in der Probenarbeit: unsere konsonantenbetonte deutsche Sprache hemmt in den Arien eher den rhythmischen Fluss, die Musik ist doch für den Legato-Klang der italienische Singsprache komponiert. Also das Telemann-Konzept scheint interessant zu sein, der Mikrofilm seiner Fassung von 1732 liegt bereits auf meinem Schreibtisch.

Hier kommen einige Pressestimmen zur Berliner Premiere, die zum Teil sehr gegensätzlich sind. Manche sind begeistert, andere dachten, dass man diese Ära der Händelinterpretation zum Glück schon hinter sich gelassen habe….

Proben für Poros in Berlin

Seit Mitte Januar proben wir an der Komischen Oper Berlin Händels Oper “Poro, Re dell´Indie”. Regisseur ist Harry Kupfer, der über 20 Jahre Chefregisseur an der Komischen Oper war. Mit Hans Schavernoch und Yan Tax kommt auch sein bewährtes Team zusammen. Im Konzeptionsgespräch erzählte Kupfer, wie er Händels Poros als Regie-Assistent bei den Händelfestspielen in Halle kennengelernt hatte. Eine Aufnahme von den Aufführungen aus dem Jahr 1958 kann man übrigens heute noch auf CD bekommen. Die Opern wurden auf deutsch gesungen und “waren beliebt wie Operetten”, so Kupfer.

Für mich ist Harry Kupfers Arbeit sehr faszinierend. Er steht in der Tradition des realistischen Musiktheaters – sein Interesse gilt ausschließlich, dem Libretto und Händels Musik Glaubhaftigkeit und Gegenwärtigkeit zu geben. So steht jedes Ornament, die Verzierungen der Da Capi, jede Kadenz gewissermaßen auf dem Prüfstein zwischen formelhafter Virtuosität gegenüber einem im Moment glaubhaft dargestellten oder musizierten Affekt. Diese Arbeit inspiriert mich dazu, die Möglichkeiten der Historischen Aufführungspraxis noch einmal anders zu betrachten und einzusetzen. Es geht jedenfalls nicht um die Rekonstruktion einer bestimmten Aufführung zur Händelzeit.

Bei uns beginnen jetzt die Endproben, bei denen alles zusammen kommt: Sänger und Orchester, die Bühnentechnik, Licht, Video, Kostüme….

BACH PREMIERE AM STAATSTHEATER KASSEL

Unser szenischer Abend mit Johann Sebastian Bachs Kirchenkantaten hatte am 26. Januar 2019 im Staatstheater Kassel seine Premiere. Vielen Dank an die Pressevertreter, die den Premierenabend in den folgenden Beiträgen rezensiert haben.

Eine szenische Reise durch Bachs Kirchenkantaten

Am 26. Januar 2019 war die Premiere unserer szenischen Reise durch die Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach. Die Kritiken findet ihr hier. Für uns heute ist Bach der Komponist seiner Passionen und Oratorien, dem wir »Die Kunst der Fuge« und »Das wohltemperierte Klavier« zu verdanken haben; äußerst populär wurden seine »Brandenburgischen Konzerte«. In seiner Zeit … Read more

“Poros” von Händel: Krieg und Verführung an der Komischen Oper in Berlin

Ab dem 16. März 2019 wird an der Komischen Oper in Berlin die Barockoper “Poros” von Georg Friedrich Händel aufgeführt. Dabei wurde ich mit der musikalischen Leitung des Orchesters betraut. Die Vorlage zu Händels 1731 uraufgeführtem Werk entstammt der Feder des berühmtesten Librettisten der Operngeschichte: Pietro Metastasio. Gleich sechs verschiedene Komponisten nahmen sich zu Beginn des 18. … Read more